Factoring-Glossar
Abtretung (Zession)
Die Übertragung einer Forderung von einem Gläubiger (Factoring-Nehmer) an einen Dritten (Factor). Beim Factoring tritt der Factoring-Nehmer seine Rechnungen an das Factoring-Unternehmen ab, das diese dann einzieht.
Ankaufslimite
Die maximale Summe, die das Factoring-Unternehmen bereit ist, für die offenen Forderungen des Factoring-Nehmers zu finanzieren.
Ausfallrisiko
Das Risiko, dass ein Debitor (Kunde des Factoring-Nehmers) seine Rechnung nicht bezahlt. Beim echten Factoring übernimmt der Factor dieses Risiko.
Bonitätsprüfung
Analyse der finanziellen Situation eines Unternehmens oder eines Debitors, um die Kreditwürdigkeit und das Zahlungsausfallrisiko zu bewerten.
Brutto-Factoring
Factoring-Modell, bei dem der Rechnungsbetrag inklusive Mehrwertsteuer vorfinanziert wird.
Cashflow-Optimierung
Durch den Verkauf von Forderungen im Factoring wird sofortige Liquidität generiert, was zu einer besseren finanziellen Planung führt.
Credit Policy
Richtlinien zur Kreditvergabe und Risikosteuerung eines Factoring-Unternehmens bei der Finanzierung von Forderungen.
Debitor
Der Kunde des Factoring-Nehmers, der die Rechnung erhalten hat und verpflichtet ist, diese zu bezahlen.
Debitorenmanagement
Verwaltung offener Rechnungen, einschliesslich Mahnwesen und Inkassoverfahren, das oft vom Factoring-Anbieter übernommen wird.
Debt-Income-Ratio
Kennzahl zur Beurteilung der finanziellen Gesundheit eines Unternehmens durch das Verhältnis zwischen Schulden und Einkommen.
Echtes Factoring (Factoring ohne Regress)
Factoring-Variante, bei der das Factoring-Unternehmen das komplette Risiko eines Zahlungsausfalls übernimmt.
Eigenkapitalquote
Die Höhe des Eigenkapitals eines Unternehmens im Verhältnis zur Bilanzsumme. Factoring kann diese Quote verbessern, indem es Forderungen aus der Bilanz nimmt.
Erstzessionar / Zweitzessionar
Ein Erstzessionar ist der ursprüngliche Empfänger der abgetretenen Forderung (z. B. das Factoring-Unternehmen). Falls die Forderung erneut abgetreten wird, spricht man von einem Zweitzessionar.
Factoring
Ein Finanzierungsmodell, bei dem ein Unternehmen seine offenen Rechnungen an einen Factor verkauft, um sofortige Liquidität zu erhalten.
Factoring-Gebühr
Kosten, die das Factoring-Unternehmen für seine Dienstleistungen erhebt, meist in Form eines prozentualen Anteils der Rechnungssumme.
Factoring-Vertrag
Vertragliche Vereinbarung zwischen einem Factoring-Unternehmen und dem Factoring-Nehmer über den Ankauf und die Verwaltung von Forderungen.
Fälligkeits-Factoring
Eine Factoring-Variante, bei der das Factoring-Unternehmen die Forderung erst am Fälligkeitsdatum bezahlt.
Finanzierungsquote
Der Prozentsatz der Rechnungssumme, den das Factoring-Unternehmen vorfinanziert (z.B. 80–90 %).
Full-Service-Factoring
Eine Factoring-Lösung, die neben der Vorfinanzierung auch Debitorenmanagement und Ausfallschutz umfasst.
Guthabenverwaltung
Dienstleistung, bei der der Factor das Forderungsmanagement für den Factoring-Nehmer übernimmt.
Hauptforderung
Der ursprüngliche Rechnungsbetrag, den der Debitor an den Factoring-Nehmer zahlen muss.
Haftung des Factoring-Nehmers
Je nach Factoring-Art (mit oder ohne Regress) kann der Factoring-Nehmer für Zahlungsausfälle haften.
Höchstbetragshaftung
Die maximale Summe, für die der Factoring-Nehmer bei unechtem Factoring haftet.
Inkasso-Service
Zusätzliche Dienstleistung eines Factors, um unbezahlte Rechnungen gerichtlich oder aussergerichtlich einzutreiben.
Kreditlimite
Die maximale Höhe der Forderungen, die ein Factor für einen bestimmten Factoring-Nehmer oder Debitor übernimmt.
KYC (Know Your Customer)
Prozess zur Identitätsprüfung und Bonitätsbewertung von Unternehmenskunden zur Einhaltung regulatorischer Anforderungen.
Liquidität
Die Verfügbarkeit von Geldmitteln in einem Unternehmen. Factoring verbessert die Liquidität, indem es schnelle Zahlungseingänge ermöglicht.
Laufzeit Factoring-Vertrag
Die Dauer der vertraglichen Vereinbarung zwischen dem Factoring-Nehmer und dem Factor.
Limitüberwachung
Prozess, bei dem das Factoring-Unternehmen laufend überprüft, ob die Kreditlimite für Debitoren eingehalten wird.
Mahnwesen
Systematische Verwaltung und Nachverfolgung von offenen Forderungen durch Mahnungen oder andere Kommunikationswege.
Mehrwertsteuer beim Factoring
Im Factoring-Prozess kann die Mehrwertsteuer entweder vorfinanziert oder erst nach Zahlung des Debitors abgerechnet werden.
Mindestumsatz beim Factoring
Viele Factoring-Anbieter verlangen einen bestimmten jährlichen Mindestumsatz an Forderungen, um das Factoring wirtschaftlich rentabel zu machen.
Nicht regressfähiges Factoring (Echtes Factoring)
Siehe Echtes Factoring.
Offenes Factoring
Factoring-Art, bei der der Debitor über den Forderungsverkauf an das Factoring-Unternehmen informiert wird.
Obligo
Die Summe der ausstehenden Forderungen, die bereits an das Factoring-Unternehmen verkauft wurden.
Pool-Factoring
Factoring-Variante, bei der nicht einzelne Rechnungen verkauft werden, sondern eine gesamte Rechnungsgruppe.
Provision für Vermittler
Vergütung für Dritte (z. B. Berater oder Banken), die Unternehmen an das Factoring-Unternehmen vermitteln.
Regress-Factoring (Unechtes Factoring)
Factoring-Modell, bei dem der Factoring-Nehmer das Risiko eines Forderungsausfalls selbst trägt.
Rückkaufvereinbarung
Vereinbarung im unechten Factoring, dass der Factoring-Nehmer eine unbezahlte Rechnung nach einer bestimmten Frist zurückkaufen muss.
Rückbelastung (Chargeback)
Falls ein Debitor die Forderung bestreitet oder nicht bezahlt, kann das Factoring-Unternehmen beim unechten Factoring eine Rückbelastung durchführen.
Schuldübernahme
Beim echten Factoring übernimmt das Factoring-Unternehmen das gesamte Zahlungsausfallrisiko.
Schutz vor Forderungsausfall
Ein zentraler Vorteil des echten Factorings, bei dem das Factoring-Unternehmen das Ausfallrisiko trägt.
Skonto-Vorteil
Durch sofortige Liquidität aus dem Factoring kann ein Unternehmen Lieferanten schneller bezahlen und Skonto-Rabatte nutzen.
Subrogation
Ein juristischer Begriff für die Übernahme von Forderungsrechten durch das Factoring-Unternehmen.
Stilles Factoring
Factoring-Variante, bei der der Debitor nicht informiert wird, dass die Forderung verkauft wurde.
Tilgung
Rückzahlung einer Forderung durch den Debitor an das Factoring-Unternehmen.
Umsatz-Factoring
Factoring-Modell, bei dem ein Unternehmen regelmässig einen bestimmten Prozentsatz seines Umsatzes über Factoring finanziert.
Unechtes Factoring
Siehe Regress-Factoring.
Underwriting
Risikoprüfung und Festlegung der Kreditlimite durch das Factoring-Unternehmen.
Vertragsfactoring
Factoring-Modell, bei dem Forderungen aus langfristigen Verträgen finanziert werden.
Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA)
Vertragliche Vereinbarung zwischen Factoring-Nehmer und Factoring-Unternehmen zum Schutz sensibler Unternehmensdaten.
Vorauszahlungsquote
Der Prozentsatz der Rechnungssumme, den der Factoring-Nehmer direkt nach Rechnungsverkauf erhält.
Verlängerter Eigentumsvorbehalt
Eine Klausel, die sicherstellt, dass Waren erst dann ins Eigentum des Käufers übergehen, wenn die Rechnung vollständig bezahlt wurde.
Wirtschaftsauskunft
Bonitätsprüfung eines Debitors durch externe Auskunfteien.
Zessionsverbot
Ein vertraglicher Ausschluss der Abtretung von Forderungen – kann für Factoring ein Hindernis sein, da die Forderungen nicht übertragen werden dürfen.
Zinsaufschlag beim Factoring
Zusätzliche Kosten für Factoring, wenn die Vorfinanzierung als Kredit angesehen wird.