Mehr Aufträge, weniger Cash? Warum Wachstum Liquidität frisst

Die Schweizer Tech-Industrie sendet derzeit ein interessantes Signal.

Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Auftragseingänge gegenüber dem Vorjahr um 12,1 %.

Eigentlich eine gute Nachricht.

Gleichzeitig gingen die Umsätze der KMU um 3,8 % zurück.

Die Erholung ist da.

Aber sie bleibt fragil.

Und genau hier beginnt eine klassische CFO-Challenge:

Was passiert, wenn die Aufträge wieder wachsen – aber die Liquidität nicht gleich schnell mitwächst?

Auftragseingang ist noch kein Cashflow

Ein neuer Auftrag verbessert zunächst den Auftragsbestand.

Nicht das Bankkonto.

Bevor aus einem Auftrag tatsächlich Liquidität wird, passiert meistens einiges:

  • Personal wird eingesetzt
  • Material wird bestellt
  • Lieferanten werden bezahlt
  • Leistungen werden erbracht
  • Rechnungen werden gestellt

Erst danach beginnt das Zahlungsziel.

30 Tage.

60 Tage.

Teilweise 90 Tage oder mehr.

Das Unternehmen finanziert den Auftrag also häufig lange bevor der Kunde bezahlt.

Ein einfaches Beispiel

Ein Schweizer KMU erzielt bisher CHF 500’000 Umsatz pro Monat.

Das Unternehmen benötigt damit ungefähr CHF 200’000 zusätzliche Liquidität.

Nicht weil das Geschäft schlechter läuft.

Sondern weil es wächst.

Genau das macht Wachstum finanziell anspruchsvoll

Mehr Umsatz bedeutet typischerweise:

mehr Personal,
mehr Material,
mehr Lieferantenrechnungen,
mehr offene Kundenforderungen.

Die Kosten entstehen heute.

Der Cashflow kommt später.

Je stärker ein Unternehmen wächst, desto grösser kann diese zeitliche Lücke werden.

Das führt zu einem scheinbaren Widerspruch:

Ein profitables Unternehmen kann gleichzeitig ein Liquiditätsproblem haben.

Nicht aufgrund mangelnder Nachfrage.

Sondern aufgrund von Working Capital.

Die entscheidende Kennzahl: Forderungslaufzeit

Für CFOs lohnt sich deshalb nicht nur der Blick auf Umsatz und Marge.

Mindestens genauso wichtig ist die Frage:

Wie lange bleibt der erwirtschaftete Umsatz in Forderungen gebunden?

Bei CHF 300’000 Monatsumsatz sind 60 Tage Zahlungsziel vielleicht problemlos finanzierbar.

Bei CHF 1 Mio. Monatsumsatz sieht die gleiche Zahlungsfrist bereits anders aus.

Das Geschäftsmodell hat sich nicht verändert.

Die Liquiditätsanforderung schon.

Und genau deshalb wird Working Capital bei Wachstum schnell zu einer strategischen Finanzierungsfrage.

Wachstum braucht eine mitwachsende Finanzierung

Klassische Kreditlinien haben häufig eine fixe Limite.

Das Unternehmen wächst.

Die Kreditlimite bleibt zunächst gleich.

Dadurch entsteht irgendwann eine Finanzierungslücke.

Forderungsfinanzierung funktioniert anders.

Die Finanzierung orientiert sich an den tatsächlich vorhandenen und finanzierbaren Kundenforderungen.

Das Prinzip:

  • Unternehmen erbringt die Leistung
  • Rechnung wird gestellt
  • Forderung wird finanziert
  • Liquidität steht frühzeitig zur Verfügung

Dadurch kann die Finanzierungskapazität mit dem Umsatz mitwachsen.

Aus zukünftigen Zahlungseingängen wird heute verfügbare Liquidität.

Gerade jetzt relevant

Die jüngsten Zahlen der Schweizer Tech-Industrie zeigen ein gemischtes Bild.

Auftragseingänge steigen deutlich.

Gleichzeitig stehen Margen weiterhin unter Druck und die Entwicklung bei KMU bleibt anspruchsvoll.

Für Unternehmen bedeutet das: Neue Aufträge sind willkommen.

Aber Wachstum muss finanziert werden können.

Gerade wenn gleichzeitig:

  • Margen unter Druck stehen
  • Kunden lange Zahlungsziele verlangen
  • Lieferanten früher bezahlt werden müssen
  • bestehende Kreditlinien bereits genutzt werden
  • grössere Einzelaufträge vorfinanziert werden müssen

wird Liquiditätsplanung entscheidend.

Die eigentliche CFO-Frage

Die Frage lautet deshalb nicht nur:

Wie viele neue Aufträge gewinnen wir?

Sondern:

Wie finanzieren wir sie, bis unsere Kunden bezahlen?

Denn ein voller Auftragsbestand hilft wenig, wenn das Working Capital zum Engpass wird.

Fazit

Wachstum und Liquidität sind nicht dasselbe.

Mehr Aufträge können zunächst sogar mehr Kapital binden.

Gerade Unternehmen mit langen Zahlungszielen müssen deshalb sicherstellen, dass ihre Finanzierung mit dem Umsatz mitwachsen kann.

Factoring kann dabei eine Möglichkeit sein, Forderungen schneller in verfügbare Liquidität umzuwandeln.

Nicht erst dann, wenn Liquidität fehlt.

Sondern bevor Wachstum zum Liquiditätsproblem wird.

Wenn Sie prüfen möchten, wie viel Liquidität aktuell in Ihren offenen Forderungen gebunden ist und welche davon finanzierbar wären, sprechen Sie mit uns: www.mantaflow.ch/kontakt.

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